Wer hofft den Oleg Popov auf der aktuellen Tournee des Russischen Staatszirkus zu erleben wird herb enttäuscht! - Entweder ist der große Clown nicht mehr in der Lage an seine alte Leistung anzuknüpfen oder, was eher für ihn zu hoffen ist, er wurde dem aktuellen Programm geopfert. Es ist ohne Frage, daß sein Name, nachdem er den goldenen Clown in Monaco gewonnen hatte, zur bekannten Weltspitze zählte, aber was er jetzt noch bietet ist seines Namens und seines Verdienstes absolut unwürdig. Zwar hat er etwa vier Auftritte, doch ist jeder folgende schwächer als der vorhergehende. Summa summarum sind seine Darbietungen erbärmlich neben den beiden anderen Clowns, von denen der Chaplin-Nachahmer weitaus mehr zu bieten hat. Ein Los, welches man einem großen Clown wirklich nicht wünschen möchte!
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Auch sonst ist der Auftritt des Zirkus etwas ungewöhnlich. Das beginnt damit, daß die
- Kasse nur BAR-Geld akzeptiert! - Keine Karten jeglicher Art.
- Einmal an der Abendkasse gekaufte Karten werden nicht mehr zurückgenommen! ACHTUNG! - es gibt keine Gnade!
- Reservierungen werden nicht angenommen, da ja noch genügend Karten in allen Kategorien vorhanden sind. ( - der Zirkus war maximal zu 25% gefüllt. )
- Wer in der Pause die Toilette benutzen will zahlt dafür nochmals extra! - selber Schuld, wer auf die Toilette gehen muß.
- Es wird ein Popcorn verkauft, welches sogar noch von Pappmache geschmacklich geschlagen werden dürfte.
- Der sog. französische Confrencier gefällt sich darin, das Publikum zu vergackeiern oder zu "schmeich-biedern" und liegt noch unter französischem Provinzniveau.
- Die Band ist eine Katastrophe und läßt sich die meiste Zeit durch Ton aus der Konserve ersetzen und ist mit Ausnahme zweier Nummer entsetzlich laut.
Die Löwennummer ist schon lange nicht mehr die im Internet aufgeführte und absolut minimal - zwei Löwen einmal hin und zurück durch den Käfig gejagt, alle einmal aufgereiht am Boden, und einen auf dem Motorrad durch den Käfig kutschiert... - Das wars dann so etwa...
Auch die Reckartisten, sind zwar noch recht nett, aber nur noch drei und nicht mehr vier, wie im Internet beworben und zeigen recht brave Reckartistik. Auch sonst herrscht eindeutig als Akrobatik verkauftes Turnen vor in den unterschiedlichsten Ausprägungen, und das wird dann mit der Zeit etwas eintönig. Auch die "Zaubertricks" reissen, bis auf das Bett vielleicht, - für den, der sich mal mit Uri Geller und Co beschäftigt hat, nicht so wirklich vom Hocker... .
Recht schön ist der Diabolo-Künstler, auch Sergui & Julia, genauso wie Rodion & Julia, wissen mit ihrer Akrobatik zu gefallen, was hingegen ein Ballet soll ist völlig undurchsichtig, da es doch nur um die Hauptkünstler herumwuselt und "show-wenzelt" und somit doch kaum Beachtung finden kann. Und wer geht schon in den Zirkus, wenn er Ballet sehen will!??
Und mangels Masse mutiert dann die Arena mehrfach in einen Pantomimik-Workshop für das Publikum. Aber vielleicht ist das heute ein Zeichen für Qualität, daß das Publikum selbst Programm machen muss...?
Fazit:
Wer für Oleg Popov hingeht wird schwer enttäuscht und der Rest in seiner Qualität ist das Geld, was man an der Kasse läßt nicht umbedingt wert.
Samstag, 28. Februar 2009
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